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Jede Generation lernt auf andere Weise – Tatsache!

März 28, 2014, Ian Baxter - Mein Sohn kommt allmählich in das Alter, in dem er Entscheidungen über seine Berufswahl und seinen Studiengang treffen muss.
Jede Generation lernt auf andere Weise – Tatsache!

Mein Sohn kommt allmählich in das Alter, in dem er Entscheidungen über seine Berufswahl und seinen Studiengang treffen muss.  Und es ist immerhin erfreulich, dass er sich Gedanken über seine Zukunft macht.  Neulich fragte er mich, worin meine Arbeit und die von Saba eigentlich besteht.  Diese Gelegenheit packte ich natürlich beim Schopf – so einen aufmerksamen Zuhörer darf man schließlich nicht unbelehrt lassen.   Ich erläuterte ihm daher eingehend, was Saba macht, welche Veränderungen das Lernen vollzieht und welchen Einfluss das Social und Collaborative Learning hat. Leider hatte ich nicht den Eindruck, dass er meine Begeisterung teilte.  Aber ich war meinen väterlichen Pflichten nachgekommen, und damit war die Sache eigentlich erledigt. Doch dann kam das letzte Wochenende. 

Nach einem Aufschrei aus dem oberen Stockwerk kam mein Sohn zu mir und teilte mir mit, dass der Bildschirm seines PCs zerbrochen war.  Nach den üblichen elterlichen Äußerungen („Wie hast du das geschafft?“ „Kannst du nicht endlich mal sorgfältiger mit deinen Sachen umgehen?“) kamen wir zur entscheidenden Frage: Wie reparieren wir das?  Ich hätte das Teil ja einfach zur nächsten freundlichen PC-Werkstatt verfrachtet.  Aber mein Sohn sah das ganz anders: 

„Wir bestellen einfach ein Ersatzteil im Internet, das ist viel billiger als im Geschäft“, sprach der Vielflieger bei eBay und Amazon. 

„Und was ist mit dem Einbau?“ fragte ich, denn ich erinnerte mich dumpf, dass Computer empfindlich gegen Elektrostatik sind. 

„Kein Problem“, sagte er, – und damit zu meinem Punkt über das Lernen – „ich seh mal auf YouTube nach.“

Mit YouTube kenne ich mich selbstverständlich ganz hervorragend aus, denn ich sehe mir durchaus gerne mal alberne Videos an.  Aber dass man da lernen kann, einen PC zu reparieren, war mir neu.  Ich war fasziniert.  Wir gaben die Marke und das Modell seines PCs sowie den Suchbegriff "neues Bildschirmglas einbauen" ein und erhielten gleich zehn Treffer für YouTube-Clips, in denen technisch versierte Menschen leicht nachvollziehbar den Einbau des neuen Bildschirms vorführten.   Wie soll man denn da eine Auswahl treffen?  „Ganz einfach“, sagte mein Sohn, „man nimmt den Clip mit den meisten Aufrufen und den höchsten Bewertungen.“  Und wo sahen wir uns diese Clips an?  Auf dem iPhone meines Sohns (denn sein PC war ja kaputt).  Genial!  Mit meiner Kreditkarte bestellten wir umgehend das Ersatzglas, denn wir waren nun sicher, dass die Reparatur uns nicht schwerfallen würde.

Und dann beutete ich den Vorfall schamlos aus.  Unsere Vorgehensweise war ein perfektes Beispiel dafür, was moderne Lernsysteme bieten müssen:  einfach zu findende und leicht verständliche Inhalte, deren Nutzen bewertet worden ist und die zur richtigen Zeit und am richtigen Ort für Lernende bereitstehen.  Erstellt von Experten, bewertet von der Community.  Anhand dieses Beispiels unternahm ich einen weiteren Anlauf, meinem Sohn die Arbeit meines Unternehmens Saba nahezubringen und ihm zu erklären, wie wir diesen neuen Ansatz des Lernens durch die Bereitstellung einer Social- und Collaboration-Plattform unterstützen.  Diesmal hatte ich mehr Erfolg: Mein Sohn findet Saba nun cool, mich jedoch leider immer noch eher nicht, obwohl er die Bedeutung meines finanziellen Beitrags würdigte. 

Mein Sohn ist 17, und seine Einstellung entspricht der des modernen Arbeitnehmers.  Er legt großen Wert auf Selbständigkeit und möchte selbst entscheiden, wie er seine Laufbahn gestaltet.  Das erfordert bedarfsgerechten, ortsunabhängigen Zugang zu Lerninhalten in einfach zu verwertender Form.  Formelles Lernen ist und bleibt wichtig, doch moderne Arbeitnehmer erwarten –und verlangen – eine kollaborative Online-Lernumgebung für die eigenständige Weiterentwicklung, sodass sie mehr für ihr Unternehmen leisten können.